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Pfarrfahrt führte nach Südpolen

Man hätte die diesjährige Pfarrfahrt auch Weltkulturerbefahrt nennen können. Denn nicht weniger als sieben dieser Stätten wurden vom 21. bis 26.Juni auf der Pfarrfahrt nach Südpolen besucht.

Am Montag den 21.Juni machte man sich bereits um 5.00 Uhr auf den Weg. Über Regensburg, Waidhaus und Prag fuhr man Richtung Osten der polnischen Grenze entgegen.

Die erste Station dieser Reise war das Kloster Krzeszów, das seit dem Jahre 2000 auf der Weltkulturerbeliste steht. Der frühere Name des Klosters war Grüssau. Beeindruckt waren die Reiseteilnehmer von der imposanten Klosterkirche. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter nach Karpacz dem ehemaligen Krumhübel. Jetzt war man mitten im Reich des Berggeistes Rübezahl im Riesengebirge. Der kleine Ort Karpacz am Fuße der Schneekoppe beherbergt eine weitere Weltkulturerbestätte, die Wangkirche. Diese kleine ganz aus Holz gebaute Stabkirche wurde im 12.Jahrhundert in Norwegen in der Ortschaft Wang gebaut und kam im 19.Jahrhundert nach Südpolen.

Am Abend wurde Jelenia Góra, das ehemalige Hirschberg erreicht. Hier bezog man das erste Hotel. Ein Teil der Reisegruppe erkundete nach dem Abendessen noch die Sehenswürdigkeiten von Jelenia Góra. Der Rundgang führte zum Hauptplatz mit dem Rathaus, vorbei an der Pfarrkirche St. Erasmus und Pankratius, dem Schildauer Tor, der Annakapelle bis zur Gnadenkirche zum Hl. Kreuz und von dort wieder zurück zum Hotel.

 

Am zweiten Tag war das erste Ziel die Friedenskirche in Swidnica ehemals Schweidnitz.

Dieses aus Fachwerk gebaute besondere Kirchengebäude, wieder Weltkulturerbe, wirkt von außen unscheinbar und beeindruckt die Besucher dann im Innern mit seiner besonderen Architektur und Größe. Die Friedenskirche entstand Mitte des 17.Jahrhunderts nach dem Westfälischen Frieden, dem sie den Namen verdankt, und bietet für 7500 Menschen Platz.

 

Weiter ging die Fahrt zum Wallfahrtsort Tschenstochau. Hier gibt es zwar keine Weltkulturerbestätte, aber für die meisten Teilnehmer war der Besuch des Gnadenbildes der Schwarzen Madonna auf dem „Jasna Gora” der Höhepunkt der Reise.

Es war schon ein besonderes Erlebnis für die Reisegruppe, in der Gnadenkapelle eine hl. Messe zu feiern. Auch für Kaplan Latacz war es etwas besonderes, es war seine erste hl. Messe in Tschenstochau als Zelebrant.

Die besondere Stimmung dieses Ortes und auch die Frömmigkeit der polnischen Besucher war sehr beeindruckend.

Über die Geschichte und das Leben auf dem „Jasna Gora”, dem hellen Berg, erfuhr man bei einer Führung durch das Paulinerkloster, bei der auch die Klosterbibliothek besichtigt werden konnte. Ein Abendessen beendete den Aufenthalt in Tschenstochau, bevor man dann noch nach Krakau fuhr und dort das zweite Hotel dieser Reise bezog.

 

Der dritte Tag war dann ganz der Stadt Krakau gewidmet.

Krakau die ehemalige Hauptstadt Polens, an der Weichsel gelegen, hat ca. 760000 Einwohner und die im zweiten Weltkrieg nicht zerstörte Altstadt steht auf der Weltkulturerbeliste. Bei einer dreistündigen Stadtführung erklärten zwei Stadtführerinnen der Reisegruppe die Sehenswürdigkeiten dieser geschichtsträchtigen Stadt. Höhepunkte waren sicher die Besichtigung  des jüdischen Viertels, Kazimierz, das als Drehort für den Film „Schindlers Liste” diente, der Wawelhügel mit dem Königsschloss und der Krönungskathedrale, der Marktplatz mit den Tuchhallen und die Marienkirche mit dem Hochaltar von Veit Stoß. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und so konnte sich jeder noch auf eigene Faust in der Stadt umsehen. Leider war der Wettergott an diesem Nachmittag nicht auf der Seite der Ausflügler.

 

Am nächsten Tag nahm man wieder Abschied von Krakau und es ging zur nächsten Weltkulturerbestätte, dem ganz in der Nähe von Krakau gelegenem Salzbergwerk „Wieliczka”. Die Geschichte des Salzbergwerkes geht bis ins Mittelalter zurück. Der Jahrhunderte währende Salzabbau schuf ein unterirdisches Wieliczka mit Gängen von fast 300 km Länge und ca. 3000 Kammern. Der zu besichtigende Teil erstreckt sich auf eine Länge von ca. 3,5 km und bis zu einer Tiefe von 135 Meter unter Tage. Wunderschöne Kapellen, ein unterirdischer See und originelle Vorrichtungen und Gerätschaften sind noch sichtbare Spuren der Bergbauarbeit. Besonders beeindruckend ist die Größe und Ausstattung der Kapelle der Hl.Kinga. Auch ein Restaurant, Souvenirläden und einen Konzertsaal gibt es hier in 135 Meter Tiefe unter der Erdoberfläche.

 

Die nächste Station auf der Rundreise durch Südpolen war Annaberg, der größte Wallfahrtsort Schlesiens vor dem zweiten Weltkrieg. Schon von weitem sieht man die beiden Türme der Wallfahrtskirche auf dem Annaberg. In dem frisch renovierten und für das anstehende Patrozinium  besonders herausgeputzte Gotteshaus versammelte man sich zu einer kurzen Andacht. Für Kaplan Latacz wurden hier wieder Kindheitserinnerungen wach, denn sein Geburtsort liegt nur wenige Kilometer von Annaberg entfernt.

Weiter ging die Fahrt und am Abend erreichte man Wroclow, das ehemalige Breslau.

Hier wurde das dritte und letzte Hotel dieser Reise bezogen.

Die Stadtführung am nächsten Morgen begann mit einer Rundfahrt mit dem Bus bei der man an der nächsten Weltkulturerbestätte, der Jahrhunderthalle, vorbeikam. Anschließend wurde zu Fuß die Dominsel, der älteste Teil der Stadt, erkundet. Am Beginn des Rundganges durch die Innenstadt stand die Universität mit der herrlichen barocken Aula Leopoldina.  Zum Abschluss der Stadtführung kam man zum wunderschönen Rynek (Marktplatz) mit dem gotischen Rathaus. Der Nachmittag stand wieder zur freien Verfügung. Diesmal meinte es der Wettergott besser mit den Ausflüglern und so genossen einige eine Tasse Kaffee oder ein frisches Bier in einem der zahlreichen Straßencafes rund um den Marktplatz.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von Polen und man trat die Heimreise an. Bei Görlitz wurde wieder Deutschen Boden erreicht und zur Mittagspause war man in Dresden. Mit Dresden, genauer gesagt mit dem „Dresdener Elbtal”, hatte man nun die siebte Weltkulturerbestätte erreicht. Bei einem kleinen Rundgang vorbei an Semperoper, Zwinger, Hofkirche, Schloss und Frauenkirche konnten in kurzer Zeit viele Sehenswürdigkeiten dieser Stadt bestaunt werden. Ein Blick von den Brühlschen Terrassen auf Elbe und Elbtal bildete den Abschluss des Kurzbesuches ehe man wieder den Bus zur Weiterfahrt bestieg.

Noch  beeindruckt von den vielen Sehenswürdigkeiten erreichte die Reisegruppe am Abend Ergoldsbach. Das Fazit der meisten Teilnehmer lautete: So schön hätten sie sich Polen nicht vorgestellt.

 
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